DI Andreas Milleder

Auf meiner Visitenkarte steht…

Produktionsingenieur Papierausrüstung, Sappi Austria Produktions GmbH, Gratkorn

Das heißt:

Sappi in Gratkorn produziert holzfrei gestrichene Papiere (wie wir es bei hochwertigen Zeitschriften oder Autoprospekten finden). In der Papierausrüstung, der Abteilung in der ich tätig bin, wird das Papier „fertiggestellt“, also zugeschnitten und den Kundenwünschen entsprechend verpackt.
Meine Aufgabe als Produktionsingenieur ist es, die Anlagen und die Prozesse zu verbessern. Das heißt, ich versuche mit den uns zur Verfügung stehenden technischen Mitteln jederzeit das Beste aus unseren Maschinen herauszuholen – das hängt natürlich vom Alter der Anlagen, der verwendeten Technologie, der Produktionsmenge etc. ab. Auf der anderen Seite bin ich dafür verantwortlich, dass die Prozesse, also die Abfolge der einzelnen Arbeitsschritte und das Zusammenspiel zwischen den Mitarbeiter_innen, funktionieren und die Arbeitsplatzgestaltung auf die jeweiligen Bedürfnisse Rücksicht nimmt.
Pro Tag gehen 2.400 Tonnen fertiges Papier über unsere Maschinen, da haben selbst kleine Fehler große Auswirkungen.

Die drei wichtigsten Utensilien für meine tägliche Arbeit sind:

  • Der PC – durch die statistischen Auswertungen, Analysen und Berichte kann ich Themenfelder mit Handlungsbedarf erkennen und rasch reagieren.
  • Die persönlichen Gespräche mit Mitarbeiter_innen – die wirklich wichtigen Informationen kann ich mir nur vor Ort und aus erster Hand von den Mitarbeiter_innen, die direkt mit den Maschinen arbeiten, holen. Gemeinsam verwerten wir diese und entwickeln so die Prozesse und Anlagen weiter. Ich sehe meine Tätigkeit durchaus auch als Beitrag zur Mitarbeitermotivation.

Mein „typischer“ Arbeitstag:

Mein Arbeitstag startet um 6:00 Uhr morgens. Ich versuche strukturiert die von mir festgelegten Arbeitspakete abzuarbeiten. Meist jedoch heißt es auch auf unerwartete Ereignisse des Tages zu reagieren.

An meinem Beruf fasziniert mich, dass…

…es unheimlich viel Verbesserungspotential gibt, nämlich aus Maschinen und Anlagen zu jeder Zeit und bei jedem Alter das Beste heraus zu holen.
…trotz des hohen Automatisierungsgrades in der Branche, die Auswirkung der Leistungsbereitschaft der einzelnen Mitarbeiter_innen nach wie vor enorm ist.

Diese Charaktereigenschaften braucht man in meinem Beruf unbedingt:

  • Ein Gespür für Menschen um einerseits eine gute Gesprächsbasis sicher zu stellen und andererseits die erreichten Erfolge auch „feiern“ zu können.
  • Die Fähigkeit, trotz technischem Detailwissen den Weitblick für den Gesamtnutzen nicht aus den Augen zu verlieren.
  • Durchhaltevermögen, denn Strukturveränderungen brauchen Zeit und die Fähigkeit, mit Rückschlägen umzugehen.

Diese Erfindung hätte ich gerne gemacht bzw. würde ich gerne machen:

Die eierlegende Wollmilchsau – eine Entwicklung ganz ohne Nachteil.

Meine Ausbildung:

Nach der Hauptschule und der Polytechnischen Schule habe ich eine Lehre als Betriebsschlosser (Metalltechniker) bei Sappi (damals noch Leykam-Mürztaler) abgeschlossen. Weil ich mich laufend persönlich und beruflich weiterentwickeln wollte, habe ich berufsbegleitend, also neben der Arbeit, noch die Werkmeisterschule für Maschinenbau und Betriebstechnik, die HTL für Wirtschaftsingenieurwesen und die Hochschule Mittweida besucht. Dank dieser Ausbildungen habe ich innerhalb der Sappi verschiedene Stationen – vom Lehrling über Schichtführer (Teamleiter) bis hin zum Produktionsingenieur durchlaufen.

Mein liebstes Fach in der Schule:

Meine liebsten Gegenstände waren Turnen, weil ich immer Freude an der Bewegung hatte und Fächer, in denen getüftelt werden konnte. Das waren anfangs Mathematik und Physik, später dann auch Mechanik. Das Gefühl, etwas zu wissen, wovon andere keine Ahnung haben, hat mir immer schon gefallen.

Mein Berufswunsch als Teenager:

In der Volksschule wollte ich – wie viele andere bestimmt auch – Polizist werden. Als es dann wirklich „ernst“ wurde mit der Berufsentscheidung war mir klar, ich will für ein Unternehmen wie Sappi arbeiten.

Meinem jungen „ich“ würde ich raten:

Ich würde wieder denselben Weg einschlagen – mit dem Hinweis die Schule ernster zu nehmen, denn was man in der Schule lernt, muss man später nicht mehr nachholen.
Allen anderen jungen Menschen kann ich nur empfehlen, eine praktische Berufsausbildung (Lehre) zu machen und sich laufend weiterzuqualifizieren. So hat man die Möglichkeit, in einem Fachbereich wirklich DER Experte zu werden. Außerdem rate ich jungen Menschen einfach zu starten, sich zu beweisen, sich für nichts zu schön zu sein und Chancen, die sich bieten zu nutzen.